Und was machen wir konkret?

In erster Linie erfassen wir Daten und testen die Leistungen unserer Hühner unter ökologischen Haltungsbedingungen. Unsere Hühner entstammen der Rasse „Weiße Bresse Gauloise“ welche ursprünglich aus Frankreich stammt, mittlerweile aber auch an verschiedenen Stellen in Deutschland in kleinem Umfang gehalten wird. Wir Züchten in Rengoldshausen bislang mit Hilfe der sog. „Reinzucht“ und versucht dabei, ein zukünftig stabiles ausgewogenes Leistungsniveau (Fleisch und Eier = Zweinutzungshuhn) zu erreichen. Hierbei soll die Futtergrundlage wesensgerecht, ökologisch, regional am besten vom eigenen Betrieb das Maß der Dinge sein. Dieser Vision möchten wir Stück für Stück näher kommen!

 

Was ist ökologische Zucht?

Da es keine rechtlichen Rahmenbedingungen für die Zucht an Geflügel gibt ist es notwendig zu erarbeiten was eigentlich unter ökologischer Zucht zu verstehen ist. Dabei möchten wir zunächst ökologische Aspekte berücksichtigen aber auch hinterfragen welche Aspekte uns aus biologisch-dynamischer Perspektive wichtig sind.

Alle im weiteren Verlauf genannten Qualitätskriterien entsprechen unseres Erachtens den Mindestanforderungen einer ökologischen Geflügelzucht und werden innerhalb unseres Projektes bereits verfolgt.

Alle für die Zuchtarbeit benötigten Tiere müssen unter besten ökologischen Haltungsbedingungen mindestens aber in Ställen mit überdachten AKBs und natürlichem Lichteinfluss gehalten werden. 100% Biofutter ist vorausgesetzt. Die Haltung der Zuchttiere erfolgt in Gruppen, Einzelhaltung (Käfighaltung) von Hennen und Hähnen wird nicht praktiziert. Demnach werden die Hennen natürlich befruchtet, nur in Ausnahmefällen wird die künstliche Besamung toleriert. Die Geschlechtsbestimmung im Ei (in ovo-Geschlechtsbestimmung) wird nicht als langfristige Lösung angestrebt, sie führt zu einer weiteren Spezialisierung und Konzentration der Strukturen und ändert an der Problematik selbst nichts. Antibiotika oder sonstige Produktivitäts- oder fruchtbarkeitssteigernde synthetisch hergestellten Mittel kommen nicht präventiv zur Anwendung. Es werden keinerlei Manipulationen an Schnäbeln, Kämmen, Sporen oder Flügeln vorgenommen.

 

Was sind unsere Zuchtziele?

Bei der Auswahl unserer Tiereachten wir auf eine gute Futterverwertung heimischer und am besten betriebseigener Futtermittel das bedeutet bei uns am Hof Getreide, Molke, “Abfall“ Kartoffeln sowie Möhren und andere Gemüseabfälle. Unter einem Zweinutzungshuhn verstehen wir, dass alle Küken unabhängig von ihrem Geschlecht jederzeit auch als Mast-Tier einsetzbar sind. Unsere Tiere sollen vital und fruchtbar sein das bedeutet u.a. sie sind in der Lage sich selbst zu vermehren ohne sich dabei zu verletzen. Bei der Selektion wird auf Umgänglichkeit geachtet und keine verhaltensauffälligen Tiere verwendet. Das Huhn ist ein Vogel und soll sich selbstständig auf erhöhte Schlafplätze zurückziehen können darum wird u.a. auf die wesensgerechte/vogelgerechte Anatomie und Bewegungsfreude geachtet. Leistungssteigerungen zu Lasten der Vitalität wird nicht akzeptiert.

 

Biologisch-dynamische Aspekte

Zucht ist aus unserer Wahrnehmung eine gemeinnützige Arbeit sie sollte daher auch transparent und nachvollziehbar sein. Für uns sind die Tiere als Kulturgut zu verstehen und sollten sich im Besitz eines gemeinnützigen Trägers befinden- daran arbeiten wir.

Stichwort: Nahrungsmittelkonkurrenz minimieren. Das Huhn ist von sich aus ein Allesfresser uns sollte dieser Aufgabe innerhalb des Hoforganismus in irgendeiner Weise nachkommen können.

Es wird akzeptiert dass es innerhalb eines Tieres eine natürliche Leistungsgrenze für Fleisch und Eier gibt. Den Leistungsparametern Fleisch und Eier sollte immer die Frage nach dem einzusetzenden Futter vorangehen- hierbei ist der Einsatz von hofeigenen und regionalen Futtermitteln die Messlatte für erreichbare Leistungen.

Das Huhn hat eine besondere Beziehung zum menschlichen Denken (Nerven-Sinnes -Pol), zu Luft, Wärme und Licht. Haltungs- aber auch Fütterungsaspekte sollten diesbezüglich auch während der Zucht besondere Beachtung geschenkt werden

 

Der Vogel […] ist im Ganzen eigentlich Kopf, und in dieser durchwärmten Luft, die er durchfliegt durch den Weltenraum, ist er eigentlich der lebendig fliegende Gedanke. Was wir an Gedanken haben, […] ist die Vogelnatur, die Adlernatur in uns“

(J. Heilmann: Zum Wesen der Vögel in der anthroposophischen
Tierwesenskunde und zur Rolle der Hühner in der biologisch-dynamischen
Landwirtschaft (Eberswalde 2012)

 

 

Ansprechpartner

Zucht

Inga Günther

 

Rengoldshauser Str. 29

88662 Überlingen

 

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+49(0)7551945684

 

 

Praxisbetriebe:

Rose &Thomas Bayer

 

78253 Eigeltingen Münchhöf

+49(0)77714514